Selenzeichen aus dem Periodensystem auf gelbem Hintergrund

S wie Selen

am Jan 07 2026
Inhalt

    Selen in Kürze erklärt

    • Definition: Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper zwar nur in sehr kleinen Mengen braucht – aber regelmäßig über die Ernährung aufnehmen muss.
    • Schlüsselrollen: Selen trägt zur normalen Funktion des Immunsystems, der Schilddrüse sowie zur Erhaltung normaler Haare und Nägel bei und hilft, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
    • Tagesbedarf: In den DACH-Referenzwerten gilt für Erwachsene ein Schätzwert von 70 µg/Tag (Männer) bzw. 60 µg/Tag (Frauen); Stillende Mütter: 75 µg/Tag.
    • Lebensmittelquellen: Gute Quellen sind je nach Herkunft u. a. Fisch/Meeresfrüchte, Fleisch, Eier, Milchprodukte sowie Getreide, Hülsenfrüchte und (die besonders selenreichen) Paranüsse.
    • Überdosierung: Zu viel Selen über längere Zeit kann schaden (z. B. brüchige Nägel, Haarausfall, „knoblauchartiger“ Atem, Magen-Darm-Beschwerden) – deshalb sind sehr hoch dosierte Präparate ohne medizinischen Grund keine gute Idee.
    • Supplement-Formen: Häufig sind Selenomethionin (organisch) und Natriumselenit/-selenat (anorganisch); beide können geeignet sein, Dosierung und Gesamtselenzufuhr sind entscheidend.

    Was ist Selen?

    Selen ist ein essenzielles Spurenelement. „Essenziell“ bedeutet: Dein Körper kann es nicht selbst herstellen, aber er braucht es für grundlegende Funktionen. Selen wird in sogenannte Selenoproteine eingebaut – das sind Enzyme und Schutzsysteme, die in vielen Geweben arbeiten, besonders in der Schilddrüse und im Immunsystem.

    Selen im Alltag: Bedeutung, Funktionen und anerkannte Health Claims

    Selen ist kein „Booster“ im klassischen Sinne, sondern eher ein stiller Regisseur im Hintergrund: Es hilft dabei, Prozesse stabil zu halten, wenn der Körper unter Alltagsstressoren steht (z. B. oxidativer Stress) oder wenn Gewebe mit hohem Stoffwechseltempo arbeiten (z. B. Schilddrüse).

    EU-anerkannte Aussagen (Health Claims) zu Selen

    Für Selen sind in der EU unter bestimmten Bedingungen unter anderem folgende Aussagen zugelassen:

    • Selen trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei.
    • Selen trägt zur normalen Schilddrüsenfunktion bei.
    • Selen trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
    • Selen trägt zur Erhaltung gesunder Haare bei.
    • Selen trägt zur Erhaltung gesunder Nägel bei.
    • Selen trägt zur üblichen Spermabildung bei.

    Besondere Hintergründe zu Selen

    Der Boden entscheidet mit

    Ob ein Lebensmittel viel oder wenig Selen enthält, hängt stark davon ab, wie viel Selen im Boden steckt, auf dem Pflanzen wachsen (oder Tiere gefüttert werden). Deshalb können die Selengehalte regional deutlich variieren.

    Die Schilddrüse & Selen

    Die Schilddrüse hat eine besonders hohe Dichte an Selenoproteinen. Die sind Schilddrüsenhormone mit oxidativen Prozessen verknüpft und benötigen diese Schutzmechanismen. Wichtig ist trotzdem: Selen ersetzt keine Schilddrüsen-Diagnostik und keine Therapie. Wenn du Schilddrüsenmedikamente nimmst oder eine Schilddrüsenerkrankung hast, sollte eine Supplementierung individuell eingeordnet werden.

    Bedarf & sichere Obergrenzen

    Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gelten die DACH-Schätzwerte für eine angemessene Selenzufuhr. Für Erwachsene liegen sie bei 70 µg/Tag (Männer) und 60 µg/Tag (Frauen), bei stillenden Müttern etwa 75 µg/Tag.

    Gleichzeitig gibt es Obergrenzen, ab denen bei langfristig hoher Zufuhr das Risiko für unerwünschte Effekte steigt. In Europa wurde für Erwachsene ein Tolerable Upper Intake Level (UL) von 300 µg/Tag beschrieben. Das ist kein Zielwert, sondern eine Sicherheitsgrenze, die nicht dauerhaft überschritten werden sollte.

    Interessante Fakten rundum Seelen

    Welche Lebensmittel liefern Selen?

    Selen steckt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Typische Quellen sind:

    • Fisch & Meeresfrüchte: häufig gute Lieferanten
    • Fleisch, Eier, Milchprodukte: je nach Fütterung/Region relevant
    • Getreide & Hülsenfrüchte: Gehalt schwankt stark je nach Boden
    • Paranüsse: können extrem selenreich sein

    Selenmangel: eher selten – aber möglich

    Ein ausgeprägter Mangel ist in vielen Bevölkerungsgruppen nicht der Normalfall. Möglich wird er eher bei sehr einseitiger Ernährung, bestimmten Erkrankungen, starker Malabsorption, lang dauernder künstlicher Ernährung ohne ausreichende Spurenelement-Zufuhr oder besonderen medizinischen Situationen. Wenn du Symptome vermutest, ist ein Laborwert-Check (ärztlich eingeordnet) sinnvoller als selbständig hoch zu dosieren.

    Supplement-Formen: organisch vs. anorganisch

    In Nahrungsergänzungsmitteln findest du Selen häufig als:

    • Selenomethionin: organische Form (Selen an eine Aminosäure gebunden).
    • Natriumselenit / Natriumselenat: anorganische Formen.
    • Selenhefe: Mischform mit organisch gebundenem Selen.

    Welche Form „besser“ ist, hängt nicht nur von Bioverfügbarkeit ab, sondern auch von Zielsetzung, Gesamternährung und Dosierung. Die wichtigste Regel bleibt: Die Gesamtdosis und die Dauer der Einnahme entscheiden über Sinn und Risiko.

    Überdosierung: Die Selenose

    Bei langfristig zu hoher Zufuhr kann es zu unerwünschten Effekten kommen. Häufig genannt werden zum Beispiel brüchige Nägel, Haarausfall, Magen-Darm-Beschwerden, ein knoblauchartiger Atemgeruch oder neurologische Symptome. Das ist der Grund, warum sehr hoch dosierte Präparate ohne medizinische Notwendigkeit nicht als „Upgrade“ gelten, sondern als Risiko.

    Q&A: Häufige Fragen zu Selen

    Wofür ist Selen im Körper gut?

    Selen trägt zur normalen Funktion des Immunsystems und der Schilddrüse bei, hilft, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, und unterstützt die Erhaltung normaler Haare und Nägel. Außerdem trägt es zur normalen Spermabildung bei.

    Wie hoch ist der tägliche Selenbedarf?

    Die DACH-Referenzwerte nennen für Erwachsene Schätzwerte von 70 µg pro Tag (Männer) und 60 µg pro Tag (Frauen). In der Stillzeit wird ein höherer Schätzwert von 75 µg pro Tag angegeben.

    Welche Symptome können auf einen Selenmangel hindeuten?

    Ein Mangel kann sich unspezifisch zeigen und wird nicht allein anhand von Symptomen sicher erkannt. Wenn du einen Mangel vermutest (z. B. bei besonderen Ernährungsformen oder medizinischen Risikofaktoren), ist eine laborgestützte Abklärung mit fachlicher Einordnung sinnvoller als eine pauschale Hochdosis-Supplementierung.

    In welchen Lebensmitteln steckt besonders viel Selen?

    Häufige Quellen sind Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch, Eier und Milchprodukte. Pflanzliche Quellen wie Getreide und Hülsenfrüchte können ebenfalls beitragen, der Gehalt hängt aber stark vom selenhaltigen Boden ab. Paranüsse können sehr hohe Mengen enthalten, weshalb die Portionsgröße entscheidend ist.

    Ist Selen gut für die Schilddrüse?

    Selen trägt zur normalen Schilddrüsenfunktion bei. Bei bestehenden Schilddrüsenproblemen sollte die Einnahme von Selenpräparaten trotzdem individuell besprochen werden, insbesondere wenn Medikamente eingenommen werden oder bereits Laborwerte vorliegen.

    Kann man Selen überdosieren?

    Ja. Eine langfristig zu hohe Zufuhr kann unerwünschte Effekte verursachen. Als Sicherheitsrahmen wird in Europa für Erwachsene ein UL von 300 µg pro Tag beschrieben. Dieser Wert ist keine Zielmenge, sondern eine Obergrenze, die dauerhaft nicht überschritten werden sollte.

    Welche Selen-Form ist in Supplements am sinnvollsten?

    Üblich sind Selenomethionin (organisch) sowie Natriumselenit/-selenat (anorganisch). Welche Form passt, hängt von Ernährungsweise, Ziel und Dosierung ab. In der Praxis ist die angemessene Menge wichtiger als ein „Form-Battle“.

    Unsere Quellen:

    1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für Selen (D-A-CH)
    2. EFSA (2014): Dietary Reference Values for selenium (inkl. Sicherheitsbewertung/UL-Hintergrund)
    3. EU (VO (EU) Nr. 432/2012): Zugelassene Health Claims u. a. für Selen (Immunsystem, Schilddrüse, oxidativer Stress, Haare/Nägel)